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Wie ungesund sind Süßstoffe?

Aktualisiert: 21. Nov. 2023


Wie ungesund sind Süßstoffe?


Süßstoffe sind seit Jahren in der Welt der Ernährung etabliert und in vielen Produkten enthalten. Genauso lange halten sich aber auch die Theorien darüber ob Süßstoffe ungesund und sogar krebserregend sind.


Süßungsmittel werden immer beliebter und sind gerade in der Gesundheits- und Fitnessorientierten Welt weit verbreitet und beliebt um auf klassischen Zucker zu verzichten. Das Zucker nicht zu den gesunden Nahrungsmitteln gehört ist unbestritten und mittlerweile wohl auch jedem bewusst. Nichts desto trotz lieben wir süße Speisen. Umso verlockender ist natürlich das Angebot von angeblich „gesunder Süße“. Besonders im Bereich der Light-Getränken steigt die Nachfrage weiter an und die Produktvielfalt wird immer größer.


In den letzten Jahren wurden besonders Produkte wie Erythrit und Xylit, also Birkenzucker, in den Regalen der Supermärkte präsenter. Wer auf diese Produkte schaut wird feststellen, dass sie keineswegs frei von Kalorien sind. Hier ist nämlich ein wichtiger Unterschied zu machen, zwischen Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen.


Zuckeraustauschstoffe sind natürlichen Ursprungs und bringen deshalb auch Energie mit. Die Menge an Kalorien ist im Vergleich zu Zucker deutlich geringer, die meisten Austauschstoffe haben dafür aber häufig auch eine geringere Süßkraft als Zucker. Das kann dafür sorgen, dass man für die gleiche Süßkraft deutlich mehr des Austauschstoffes braucht, was die geringere Menge an Kalorien relativiert. Im gegensatz zu Zucker sind die in Deutschland zugelassenen Zuckeraustauschstoffe nicht schädlich für die Zähne und erhöhen den Blutzuckerspiegel nicht.


Süßstoffe sind stets frei von Kalorien. Sie werden synthetisch hergestellt und sind um ein vielfaches süßer als Zucker. Bekannte Vertreter sind Saccharin, Stevia oder Aspartam. Süßstoffe sind einer der beliebtesten Studieninhalte der modernen Ernährungswelt. Unzählige Forscher untersuchten die Wirkung von Süßstoffen auf unseren Körper und fechten besonders veraltete Empfehlung an in denen Süßstoffe klar als gesunder Zuckerersatz angepriesen werden. Die meisten Studien setzten sich stets mit dem Krebsrisiko auseinander das von Süßstoffen ausgehen könnte.


Das Produkte wie Aspartam und Sacharin krebserregend sind ist mittlerweile wiederlegt bzw. konnte in keiner Studie ein Hinweis darauf gefunden werden, dass Süßstoffe in Zusammenhang mit Krebserkrankungen stehen.


Neuere Studien konzentrieren sich darauf, die Reaktion des Blutzuckerspiegels auf Süßstoffe zu beleuchten. Lange galten sie, genau wie Zuckeraustauschstoffe als Blutzuckerneutral. Einige neue Studien vermuten anderes. Bei Tierversuchen einer israelischen Forschergruppe wurde festgetsellt, dass eine Reaktion im Insulinstoffwechsel bemerkbar ist wenn man, neben der Einnahme von Süßstoff, alle anderen Einflüsse auf den Körper ausschließt. Auch wurden durch Antibiotika alle anderen Bakterien im Körper der Tiere abgetötet um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zur Wirkung der Süßungsmittel zu erzielen. Als Ergebnis dieser Studie wird vermutet, dass Süßstoffe Einfluss auf die Darmflora, und auf diesem Wege auf den Blutzuckerspiegel, nehmen können. Die Medienberichte die sich mit diesen "alarmierenden Neuigkeiten" beschäftigen und sich auf die israelische Studie berufen häufen sich momentan. Dagegen stehen aber nicht wenige andere Forscher die bezweifeln, dass der Effekt eine nennenswerte Größe hat wenn man den Körper, seine Abläufe und persönliche Einflüsse ganzheitlich betrachtet. Genauso wird an einigen Faktoren der Studie gezweifelt die die Aussagekraft maßgeblich beeinflussen.


Die teils sehr verschiedenen Ergebnisse der Versuche und die Tatsache, dass aus den meisten Studien lediglich Vermutungen zur Wirkung von verschiedenen Stoffen hervorgehen, zeigt wohl sehr deutlich wie wenig wir noch über unsere teils geliebten, teils verteufelten Süßstoffe wissen.


Unter dieser Auffassung äußerte sich Anfang 2023 auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung und veröffentlichte in einer Stellungnahme, dass die Studienlage momentan zu gering ist um eine sichere Einschätzung zur langfristigen Wirkung von Süßstoffen auf unseren Körper zu geben. Es wird aber klar formuliert, dass keine der bisher betrachteten Studie Hinweise darauf liefern, dass irgendein Süßstoff negative Einflüsse auf den menschlichen Körper hat. Das gilt sowohl für das Krebsrisiko, als auch für den Blutzucker und Insulinreaktionen. Den Link zur Stellungnahme, findet ihr am Ende des Artikels.


Das Thema wird uns also wohl noch eine Weile beschäftigen. Aus beratungstechnischer Sicht lässt sich sagen, dass weder Zuckeraustauschstoffe noch Süßstoffe grundsätzlich zu verteufeln sind. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass süße Speisen und Getränken ein absolutes Genussmittel sind und solche bleiben sollten. Das menschliche Empfinden von süßem Geschmack ist hauptsächlich eine Frage von Gewöhnung. Wer also häufig süß isst hat auch mehr Verlangen danach, egal wie die Süße in das Produkt kommt. Da Süßstoffe um ein vielfaches mehr Süßkraft haben als Zucker, kann hier natürlich das Verlangen nach Süßem stark trainiert werden. Das vielleicht sogar intensiver als bei klassischem Zucker. Umgekehrt braucht man es auch einfach nicht mehr so Süß wenn man den Verzehr von süßen Speisen und Getränken einschränkt. Man wird sogar eher wieder darauf aufmerksam wie süß viele gesündere Alternativen, wie rote Paparika oder andere Gemüsesorten, eigentlich schmecken. In Maßen können Süßstoffe also eine gute Alternative sein um weniger Zucker zu sich zu nehmen und Kalorien zu reduzieren ohne ganz auf süßen Geschmack verzichten zu müssen. Es sollte aber immer klar sein, dass es sich dabei um ein künstliches Produkt handelt welches auf natürlichem Wege nicht in einem gesunden menschlichen Körper zu finden wäre. In Maßen genießen und sich als Hauptbestandteil der Ernährung auf natürliche Produkte mit wenig Zucker konzentrieren, so lassen sich auch Süßstoffe in eine gesunde Ernährung integrieren!


 
 
 

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